Erziehungsexperten warnen: Warum Sie Kindern nie ständig „gut gemacht“ sagen sollten

24. Februar 2026

Im pulsierenden Berlin, wo die Frühlingstemperaturen langsam steigen, sind die Spielplätze wieder voller Leben. Eltern überschütten ihre Kinder mit Lob wie „Gut gemacht!“, ganz in der Hoffnung, das Selbstwertgefühl ihrer Kleinen zu fördern. Doch Experten warnen: Diese inflationäre Verwendung von Lob kann mehr schaden als nützen. Die Psychologie hinter dieser Strategie zeigt, dass Kinder, die ständig gelobt werden, oft eine Abhängigkeit von der Zustimmung ihrer Eltern entwickeln, was ihre eigene Motivation und Entwicklung beeinträchtigen kann.

Die Psychologie des übertriebenen Lobes

Erziehungsexperten wie Dr. Johanna Graf betonen, dass ständiges Lob die Selbstwahrnehmung von Kindern negativ beeinflussen kann. Wenn Kinder hören „Das hast du super gemacht!“, wird dies schnell zu einer Glaubenssatz, dass ihr Wert sich nur nach der Zustimmung anderer richtet. Bei späteren Misserfolgen fühlen sie sich oft wertlos. Ziele sollten nicht nur auf das Ergebnis, sondern insbesondere auf die Anstrengungen gerichtet sein. Richtiges Lob sollte die individuellen Fortschritte betonen und somit Kinder ermutigen, eigenständige Entscheidungen zu treffen.

Wie man richtig lobt

Wichtiger als das pure Lob ist die spezifische Anerkennung. Statt pauschal zu sagen „Gut gemacht!“, könnte eine präzisere Formulierung wie „Ich sehe, dass du viel geübt hast, und das hat sich gelohnt“ verwendet werden. So werden die Kinder nicht nur in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt, sondern auch in ihrer Fähigkeit, Eigenverantwortung zu übernehmen.

Emotionale Verfügbarkeit und die richtige Kommunikation

Kindern reicht es nicht, einfach gelobt zu werden; sie benötigen echte Zuwendung. Verbringen Sie qualitativ hochwertige Zeit miteinander, ohne ständig eine Bewertung abzugeben. Achten Sie darauf, was Ihr Kind tut, und teilen Sie diesen Moment mit ihm. Empathie und Aufmerksamkeit fördern eine stärkere Bindung. Ein einfaches „Ich sehe, wie viel Mühe du dir gibst“ kann Wunder wirken.

Konkret umsetzen: Praktische Tipps für Eltern

  • Besuchen Sie Familienbücher über positive Erziehung in Ihrem nächsten Buchladen.
  • Planen Sie wöchentliche Aktivitäten ein, bei denen der Spaß im Vordergrund steht.
  • Nutzen Sie Spielplätze, um unbezwungene Zeit miteinander zu verbringen.
  • Formulieren Sie Ihr Lob so, dass die Anstrengung Ihres Kindes gewürdigt wird, nicht nur das Ergebnis.

Ein Beispiel aus dem Alltag könnte so aussehen: Anstatt zu sagen: „Gut gemacht“ für den Erfolg im Sandkasten, könnte man auch den kreativen Prozess wertschätzen, indem man kommentiert: „Deine Sandburg sieht fantastisch aus, ich sehe, wie viel Arbeit du darin gesteckt hast!“ Solche Aussagen spornen Kinder an, selbstständiger zu denken und gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Auswirkungen übermäßigen Lobes langfristig

Die negativen Effekte von übertriebenem Lob können weitreichend sein. Kinder, die lernen, dass ihr Wert an Lob und Bestätigung hängt, können Schwierigkeiten haben, in stressigen Situationen ruhig zu bleiben. Sie könnten dazu neigen, Risiken zu scheuen, aus Angst, nicht gut genug zu sein. Stattdessen ist es essenziell, dass Kinder lernen, auch Misserfolge als Teil ihres Wachstums zu begreifen.

Veränderungen in der Erziehung erfordern Zeit und Geduld. Eltern können durch kleine, wohldurchdachte Anpassungen in ihrer Kommunikationsweise eine signifikante Verbesserung im Selbstwertgefühl ihrer Kinder erreichen. Die richtige Balance zwischen Anerkennung und realistischem Feedback ist der Schlüssel zu einer gesunden Entwicklung und einer positiven Beziehung zwischen Eltern und Kindern.